Geschichte der Schule

Warum trägt unsere Schule den Namen „Prof. Fritz Hofmann“?

 

 

Am 2. November 1866 wurde Fritz Hofmann in Kölleda geboren. Er war einer der berühmtesten Bürgehofmann_fritzr der Stadt Kölleda und mit dieser auch immer eng verbunden. Er wuchs als sechstes Kind einer Kaufmannsfamilie in Kölleda in der Auenstraße 16, heute Professor-Hofmann-Straße, auf.
Nach drei Jahren Kloster-schule in Donndorf wechselte der kleine Fritz 1881 zum humanistischen Gymnasium nach Schulpforta. Mit 20 Jahren begann er seine Lehrzeit in der Ratsapotheke zu Göttingen.
Nach seinem Examen als Apothekergehilfe begann er das Studium der Pharmazie an der Universität in Berlin und erwarb nach vier Jahren die Approbation als Apotheker, um sich gleich danach an der Universität in Rostock einzuschreiben. Dort weilte er von 1894 bis 1895 zum Studium der Chemie und promovierte zum Doktor der Philosophie.
Am 1. August 1897 nahm Fritz Hofmann seine Tätigkeit als Chemiker in den berühmten Farbenwerken in Eberfeld auf. In dieser Zeit entwickelte der begabte Chemiker Arzneimittel von Weltruf, so beispielsweise Schlafmittel, Malariaschutzmittel und viele andere pharmazeutische Präparate. Aber seine bedeutendste Erfindung war der künstliche Kautschuk „Buna“, der am 12. September 1909 patentiert wurde. Er gewann hierbei aus den Grundstoffen Kalk und Kohle über das Acetylen ein neues Gas, das Butadien. Durch diese Erfindung ist Fritz Hofmann weltberühmt geworden. Sage und schreibe 30 Jahre arbeitete er an der Herstellung des synthetischen Kautschuks, um dann für die Erfindung mit der goldenen Emil-Fischer-Medaille vom Verein Deutscher Chemiker und der Ehrenplakette von der Deutschen Kautschukgesellschaft ausgezeichnet zu werden.
1945 kehrte er nach Kölleda zurück und arbeitete auf dem Gebiet der Krebsforschung. Er war dabei verantwortlich für die Anwendung der Chemotherapie beim Menschen. Zu seinem 70. Geburtstag wurde er Ehrenbürger der Stadt Breslau und auch seiner Heimatstadt Kölleda. Anlässlich dieses Jubiläums wurde an seinem Geburtshaus eine Ehrentafel angebracht, die noch heute dort zu sehen ist. In Kölleda wurde dann anlässlich seines 75. Geburtstages die Auenstraße, in der er seine früheste Kindheit verbrachte, am 1. November 1941 in die Prof.-Hofmann-Straße umbenannt.
Hierzu schrieb die Zeitung damals:
„Mit der Umbenennung erfüllen wir unserem hochgeschätzten Ehrenbürger Prof. Dr. Dr. Hofmann gegenüber eine natürliche Pflicht dankbarer Pietät. Möge die Prof.-Hofmann-Straße den Namen des berühmten Gelehrten und Erfinders späteren Geschlechtern übermitteln und besonders die Söhne unserer Stadt, die das Schicksal in die Fremde führt, anspornen, Männer eigener Kraft zu werden und der Heimat die Treue zu halten.“
Am 29. Oktober 1956, drei Tage vor seinem 90. Geburtstag, verstarb dieser Mann, der Außergewöhliches geleistet hat und den Kölledaern ewig in Erinnerung bleiben wird.